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(Rezension) Quazi

Titel: Quazi

Autor/in: Sergej Lukianenko

Verlag: Heyne

Seitenanzahl: 397

Kaufpreis: 14, 99 EUR

Erscheinungsdatum: 13. November 2017

Zum Buch

Wir schreiben das Jahr 2027, und seit einer mysteriösen Katastrophe vor zehn Jahren, ist Dunkelheit über die Welt hereingebrochen: Auferstandene, sogenannte Quazis, leben nun Seite an Seite mit den Menschen. Eine Tatsache, die dem Moskauer Polizisten Denis Simonow überhaupt nicht gefällt, schließlich wurden seine Frau und sein wenige Monate alter Sohn einst von den Auferstandenen getötet. Als ihm dann auch noch der Quazi Michail Bedrenez als Partner zugeteilt wird, hat Simonow zunächst die Nase voll. Doch dann kommen er und Bedrenez einer Verschwörung auf die Spur, die das Leben von Menschen und Quazis gleichermaßen bedroht. Ein Fall, den sie nur gemeinsam lösen können …

Charaktere

Denis Simonow ist Ermittler für Todesangelegenheiten, ein Jahr-zehnt nach der Apokalypse. Sein Job besteht daraus, dafür zu sorgen, dass die Toten nicht wieder auferstehen, und falls doch, sie unschädlich zu machen. Sei-ne bevorzugte Vorgehensweise ist, sie einen Kopf kürzer zu machen, auch wenn das laut Protokoll nur im schlimmsten Fall erlaubt ist. Sein Hass auf die Aufständischen (und die Quazi) ist auf den Tod seiner Familie zurückzuführen, die von den Zombie-ähnlichen Wesen getötet wurden. Denis ist, seit dem Tod seiner Frau und ihres Sohn-es Alkoholiker, und auch nur bei der Polizei, um diese zu rächen. Doch seinen Hass auf alles Untote muss er überwinden, da er einen Solchen als Partner zugewiesen bekommt.

Michail Bedrenez ist Mitte sechzig gestorben und schon seit guten zehn Jahren untot. Quazi sind Menschen, die nach ihrem Tod als Aufständische weiter „gelebt“ ha-ben, und dann zu einer höher entwickelten Spezies mutierten. Sie erlangen ihr Bewusstsein zurück, und ernähren sich nicht mehr von Menschenfleisch. Dafür sind sie deutlich stärker als Menschen, und deutlich schwerer zu töten. Sie sind nicht dazu in der Lage richtige Gefühle wahrzunehmen und widmen sich meist nur einer einzigen Sache, auf die sie zu Lebzeiten sehr fixiert waren. Michail war ein sehr guter Polizist, weshalb er diese Arbeit nach seinem Tod fortsetzt. Leicht zu erkennen, sind Quazis an ihrer grauen Haut, die jeden einzelnen von ihnen als tot zeichnet. 

Denis erzählt seine Geschichte aus der Ich-Perspektive und gewährt hin und wieder Einblicke, in Form von Rückblenden, in die Zeit, kurz nach der Apokalypse. Nach einem überraschend guten Start folgen einige Kapitel, die es mir dann doch schwer gestaltet haben, richtig in das Buch reinzufinden. Die Kapitel endeten zu Beginn oft sehr abrupt, und begannen danach in einer komplett neuen Situation. Das hat mich anfangs etwas irritiert, doch das hat nach den ersten 150 Seiten nachgelassen. Erst danach habe ich einen ungefähren Durchblick bezüglich der Storyline gehabt und konnte mich von der zunehmenden Spannung des Buchs mitreißen lassen.

Sergej Lukianenko, 1968 in Kasachstan geboren, studierte in Alma-Ata Medizin, war als Psychiater tätig und lebt nun als freier Schriftsteller in Moskau. Er ist der populärste russische Fantasy- und Science-Fiction-Autor der Gegenwart, seine Romane und Erzählungen wurden mehrfach preisgekrönt. Die Verfilmung von „Wächter der Nacht“ war der erfolgreichste russische Film aller Zeiten.

Fazit

Nachdem ich mich erstmal auf das Buch eingelassen hatte, konnte es mich wirklich mitreißen. Zwischendrin gab es einige komische Momente, die ich nicht verstanden habe, und generell haben mich einige Stellen verwirrt, dennoch hat es mir erstaunlich gut gefallen. Mit dem Protagonist konnte ich mich anfangs noch nicht ganz so anfreunden (generell kann ich mich in keiner Weise mit ihm identifizieren), aber seine Hintergrundgeschichte hat mir geholfen, sein Verhalten nachzuvollziehen. Sein Hass auf alles Untote war verständlich, doch nicht unmöglich zu überwinden, da sich die Beziehung zu Michail in überraschend kurzer Zeit deutlich verbessert hat, auch wenn es im Laufe des Buchs ein paar Rückschläge gab. Insgesamt bin ich positiv überrascht und enttäuscht, dass ich das Buch zuvor so leicht abgeschrieben hatte! 
4/5

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