5 Sterne, Allgemein, Fantasy

(Rezension) Scythe – die Hüter des Todes

Titel: Scythe – die Hüter des Todes 

Autor: Neil Shusterman

Verlag: Sauerländer

Seitenanzahl: 528

Kaufpreis: 15, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 26. Juni 2019

Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.

Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.

Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

Ein Großmeister bedrückender Sci-Fi-Szenarien: In den USA gilt Neil Shusterman längst als einer der Superstars unter den Jugendbuchautoren. Alle Bücher des 1962 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborenen Schriftstellers und Drehbuchautors wurden zu internationalen Bestsellern und sind vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt Shusterman den National Book Award for Young People’s Literature. Shusterman studierte an der University of California in Irvine Psychologie und Theaterwissenschaften. Während dieser Zeit schrieb er eine beliebte Humor-Kolumne für die Schulzeitung. Danach arbeitete er als Assistent bei einer Talentagentur in Los Angeles, wo sich ein bekannter Agent seiner annahm. Schon nach kürzester Zeit hatte Shusterman einen ersten Buchvertrag und einen Drehbuchjob. Aktuell lebt der Autor mit seinen vier Kindern in Südkalifornien.

Charaktere

Citra Terranova ist das typische beliebte Mädchen. Sie ist sech-zehn Jahre alt, hat viele Freundinnen und super viele Jungs stehen auf sie. Trotzdem ist sie keine Zicke. Lediglich entschlossen, stur, und vorlaut. Doch das grenzt sie von vielen anderen positiv ab. Sie ist näm-lich mutig genug, einem Scythe zu widersprechen. Was diesen so beeindruckt, dass er sie auserwählt. Scheitern liegt ihr nicht im Blut, also lässt sie sich auf seine Lehre ein, und lernt nicht nur, Leben zu nehmen, sondern auch, was für eine Bürde dies für die Scythe ist. 

Rowan Damisch ist einer von vielen. In seinem Haushalt leben fast zwanzig Menschen, er ist es also gewohnt, übersehen zu werden. Doch Scythe Faraday unterläuft dieser Fehler nicht. Er erkennt den Mut des Sech-zehnjährigen und wählt ihn ebenfalls als Lehrling aus. Obwohl es für Rowan die Chance ist, etwas aus seinem Leben zu machen, ist er fest entschlossen zu scheitern, sobald sie erfahren, dass nur einer lebend aus der Sache rauskommt. Doch als sie ge-trennt werden, kommt eine neue Seite in ihm zum Vorschein.

Schreibstil

Einfach alles hat hier gestimmt. Die erstaunliche Idee einer angeblichen Utopie, und dessen extrem dystopische Problematik, wurden herausragend vom Autor beschrieben. Die faszinierende Neuheit deieser futuristischen Welt, hält die Spannung über das komplette Buch hin aufrecht, und wird von außergewöhnlichen und emotionalen Höhepunkten verstärkt. Geschrieben wird in der dritten Person. Zwischen normalen Kapiteln, die entweder aus Citra, oder aus Rowans Sicht waren, fügte Shusterman regelmäßig Tagebucheinträge von wichtigen Scythe hinzu, die die Tragik und die Verantwortung, aber auch die Gefahren dieser Gruppe, nochmal unterstreichen. Es war einfach der Wahnsinn!

"Nachlesen sollte ikonisch bleiben. Man sollte sich daran erinnern. Sie sollten die legendäre Macht der größten Schlachten der Sterblchkeitsära haben, die mündlich überliefert, und so unsterblich wurden, wie wir. Die meisten von uns werden ewig leben, doch einigen wird es - dank des Scythetums - nicht vergönnt sein. Und schulden wir denen, die nachgelesen werden, nicht ein spektakuläres Ende?"
Ehrenwerter Scythe Goddard
Seite 288
"Nachlesen sollte ikonisch bleiben. Man
sollte sich daran erinnern. Sie sollten die legendäre Macht der größten Schlachten
der Sterblichkeitsära haben, die mündlich überliefert, und so unsterblich wurden, wie
wir. Die meisten von uns werden ewig leben,
doch einigen wird es - dank des Scythetums - nicht vergönnt sein. Und schulden wir de-
nen, die nachgelesen werden, nicht ein
spektakuläres Ende?"
Ehrenwerter Scythe Goddard
Seite 288

Fazit

Ohne Zweifel kann ich sagen, dass dieses Buch mein absolutes Highlight im April ist! Selten findet man Geschichten, die von vorne bis hinten stimmen, bei denen sowohl Idee, Schreibstil, Charaktere und Verlauf einfach passen. Wegen Büchern wie diesem bin ich Bloggerin geworden! Es handelt sich hier um eine durchdachte, faszinierende, tragische Welt, die durch den Autor zum Leben erweckt wurde, und mich nach der Fortsetzung fiebern lässt!

5/5

Ein Gedanke zu „(Rezension) Scythe – die Hüter des Todes“

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