3 Sterne, Allgemein, Juli, Thriller

(Rezension) Das Haus der finsteren Träume

Titel:  Das Haus der finsteren Träume 

Autor: Shaun Hamill

Verlag: Heyne<

Seitenanzahl: 464

Kaufpreis: 14, 99 EUR

Erscheinungsdatum: 13. 07. 2020

IBN: 978-3-453-31995-0

Die USA in den 1960er-Jahren: Harry Turner, ein geradezu fanatischer Verehrer von H. P. Lovecraft, macht sich an die Verwirklichung eines gewaltigen Vorhabens. Auf seinem Grundstück soll ein Geisterhaus entstehen, und zwar das größte und unheimlichste, das Amerika je gesehen hat. Harrys komplette Familie arbeitet an dem Projekt mit, obwohl seine pragmatisch veranlagte Frau und seine beiden Töchter die Augen vor der gruseligen Wahrheit verschließen: Die Monster, die im Geisterhaus der Turners ihr Unwesen treiben, sind echt. Der einzige, der diese Tatsache akzeptiert, ist der jüngste Turner-Spross Noah. Doch als er eines Tages beschließt, den Ungeheuern die Tür zu öffnen, wird das Leben der Turners zum Albtraum …

Shaun Hamill wurde in Arlington, Texas, geboren und verbrachte seine Kindheit mit jeder Menge Horrorromane und -filme. Er machte 2008 seinen Abschluss in Englischer Literatur an der University of Texas und absolvierte 2016 erfolgreich den renommierten Iowa Writers‘ Workshop. »Das Haus der finsteren Träume« ist sein Debütroman. Shaun Hamill ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in den dunklen Wäldern Alabamas.

Charaktere

Neben den beiden gibt es noch viele andere wichtige Charaktere, wie Beispielswiese Noahs Familie, oder seinen besten Freund Kyle, oder auch seine zukünftige Ehefrau Megan. Leider fand ich es schwierig, einen wirklichen Bezug zu den Protagonisten aufzubauen. Am Anfang fand ich sie alle noch relativ sympathisch, doch nach einer Weile – zum Teil auch wegen der immensen Charakterentwicklung, da das Buch so um die 50 Jahre erfasst – haben sich alle sehr ins negative Entwickelt, weshalb sich meine Sympathie für sie in Grenzen hielt. Noah mochte ich noch am meisten, aber auch ihn bekam ich nicht ganz zu fassen. Die Charaktere waren eben leider nicht mein Fall.

Schreibstil

Das ganze Buch ist aus Noahs Sicht geschrieben und – was mich positiv überrascht hat – direkt durch die vierte Wand an den Leser gerichtet. Meistens fällt das nicht auf, da Noah sehr vertieft in die Geschichte ist. Die ersten Kapitel drehen sich um seine Eltern und ihr kennenlernen, und zeugt von einem Hauch third person omniscient narrator (einer der wenigen sinnvollen Begriffe, die mich meine Schule gelehrt hat), da Noah sehr detailliert beschreibt, was er gar nicht erlebt hat. Obwohl das Buch sich relativ fließend lesen lässt, tendiert es zu langatmigen Stellen, beziehungsweise könnte es meiner Meinung nach mehr Spannung vertragen. 

Ich hatte niemandem etwas von dem Wesen erzählt, auch wenn ich nicht ganz sicher war, warum ich schwieg. Man könnte es Instinkt nennen. Heute glaube ich, dass ich eher keine Angst hatte, für verrückt gehalten zu werden. Es ging mir darum, etwas ganz für mich allein zu haben. Etwas, das meine Familie mir nicht wegnehmen oder vorenthalten konnte.

Teil 3, Kapitel 13
Seite 170

Fazit

Angefangen hat das Buch relativ vielversprechend, doch nach einiger Zeit war es hauptsächlich mittelmäßig. Auch wenn die Idee des Autors einzigartig ist, konnte ich nicht so viel Gefallen daran finden und obwohl ich mich schnell daran gewöhnt habe, fand ich die sexuelle Beziehung, die Noah mit Leannon Si hatte… naja, im Grunde fand ich die komplette Beziehung merkwürdig und unausgereift. Nicht unbedingt, weil sie die meiste Zeit ein haariges Monster ist, das ich mir zwangsweise ein bisschen wie Chewbacca vorstelle, aber eben – um mit diesem Vergleich weiterzumachen – nicht annähernd so tiefgründig und liebenswert wie die Beziehung zwischen Han und Chewie. Insgesamt habe ich, zum einen etwas komplett anderes, zum anderen einfach besseres erwartet. 

3/5

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