4 Sterne, Aufklärung, Lovelybooks, Science Fiction, Thriller, Zukunft

Lovelybooks Leserunde: CO2 – Welt ohne Morgen

Titel: CO2 – Welt ohne Morgen

Autor: Tom Roth

Verlag: Lübbe

Seitenanzahl: 523

Kaufpreis: 16, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 21. Dezember 2020

ISBN: 978-3-7857-2706-5

Autor: Tom Roth

Verlag: Lübbe

Seitenanzahl: 523

Kaufpreis: 16, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 21. Dezember 2020

ISBN: 978-3-7857-2706-5

Der hochaktuelle Thriller um eines der wichtigsten Themen unserer Zeit: Zwölf Kinder aus zwölf Nationen, Teilnehmer eines Klima-Camps in Australien, werden entführt. Die Drohung der Kidnapper: Einigt sich die Weltgemeinschaft nicht binnen kürzester Zeit auf drastische Klimaziele, stirbt ein Kind. Vor laufender Kamera. Dann Woche für Woche ein weiteres.

Die Welt hält den Atem an.

Kann so erreicht werden, was in unzähligen Versuchen zuvor gescheitert ist? Werden die Regierungen nachgeben, wenn das Leben unschuldiger Kinder auf dem Spiel steht?

Bald wird klar: Bei diesem Wettlauf geht es um weitaus mehr als das Leben Einzelner – und die Zeit läuft ab …

Tom Roth lebt nahe der Küste und liebt die Berge. Er arbeitete als Journalist, TV-Experte, Dozent und ist heute tätig als Rechtsanwalt und Notar. An der Universität forschte er zum Thema Klimawandel und CO2-Zertifikate. Seine bislang unter anderem Namen veröffentlichten Thriller sind weltweit übersetzt und erfolgreich.

Charaktere

Hannah ist 15 Jahre alt und engagiert sich für die Umwelt, wie kaum ein Teenager. Einer Einladung nachgehend, reist sie für einige Wochen nach Australien, in ein Klimacamp, um den nächsten Schritt, den sie  für die Umwelt tun kann, anzugehen. Doch als alles plötzlich anders läuft, als es ursprünglich geplant war, findet sie sich als Geißel wieder.

Marc ist Hannahs Onkel. Als früherer Kriegsjournalist, der schreckliche Dinge gesehen hat, beschloss er, sich für sein Seelenwohl komplett wurde abzuschotten und alleine zurückgezogen auf einer kleinen Insel zu leben. Als er von Hannahs Entführung erfährt, lässt er sein altes Ich noch einmal aufleben, für den Versuch, ihr Leben zu retten.

Obwohl man meinen sollte, dass Hannah die Protagonisten wäre, hat das Buch weniger ihre, als die Geschichte ihres Onkels erzählt. Sie war mir die ganze Zeit über weder arg sympathisch, noch unsympathisch, doch je weiter ich gelesen habe, und je mehr ans Licht gekommen ist, desto weniger konnte ich sie leiden. Marc war ein besserer Protagonist, wenngleich auch er einige Schwächen hatte (jetzt mal ganz abgesehen von der bescheuerten Angewohnheit an Tatorten einfach alles, einschließlich der Mordwaffe anfassen zu müssen!). Insgesamt waren die Charaktere aber alle sehr originell und authentisch ausgearbeitet.

Schreibstil

Am außergewöhnlichsten waren vermutlich die verschiedenen Zeitstränge, die der Autor gewählt hat. Die Gegenwart spielt im Jahr 2040, wo Marc von einer Journalistin aufgesucht wird, die sich für die ganze Geschichte hinter den Ereignissen in 2021 interessiert. Meiner Meinung nach waren viele Ideen für neue Erfindungen in der Zukunft durchaus möglich, aber viel zu utopisch für eine Zeit, die in weniger als 20 Jahren Gegenwart wird. Es war einfach absolut unrealistisch, dass 2040 einiges existierte – und zwar schon so lange, dass man vergessen hat, wie es ohne ist. Der Großteil des Buchs besteht aus den Flashbacks in die Vergangenheit, zu Hannahs Entführung und dem Trubel, den das aufwirft. Die Perspektive wechselt zwischen vielen Charakteren hin und her, sowohl die von Protagonisten, als auch nur von kleinen Nebencharakteren, was eine Vielfalt an Eindrücken ermöglicht, aber auch teilweise verwirrt. 

„Wissen Sie, warum es keine gute Idee ist, sich zuerst mit dem Ende einer Geschichte zu befassen? Weil jedem Ende auch ein Anfang innewohnt. Man dreht sich dann nur im Kreis.“

John Doe
Designer

Fazit

Nach einem weniger beeindruckenden Einstieg in das Buch, fing ich an zu zweifeln, ob es meine hohen Erwartungen erfüllen würde, doch nachdem ich so richtig in dem Roman reingefunden habe, waren all die Zweifel wie weggefegt. Es ist wahnsinn wie viele Gedanken sich der Autor gemacht hat und wie viele Intrigen und Geheimnisse er so gekonnt und fließend er in die Geschichte miteinarbeiten konnte. Bis zum letzten Moment ist die Spannung gestiegen. Doch die Auflösung hat es mir etwas ruiniert. Was sicher eine gut durchdachte Entscheidung des Autors ist, war für mich einfach unpassend und hat der Geschichte etwas riesiges genommen. Das war wirklich schade.

4.5/5

Kommentar verfassen