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(Lovelybooks Leserunde) Rezension: Niemandsstadt

Titel: Niemandsstadt

Autor/in: Tobias Goldfarb

Verlag: Thienemann

Seitenanzahl: 368

Kaufpreis: 15, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 14. Februar 2020

Buchverlosung

Ich habe vor kurzem an einer Buchverlosung auf Lovelybooks teilgenommen und vor ein paar Tagen wurde ich überraschenderweise  benachrichtigt, dass ich gewonnen habe! Vor zwei Tagen ist mein Gewinn „Die Niemandsstadt“ von Tobias Goldfarb bei mir eingetrudelt, und ich habe mich natürlich riesig gefreut. Auf lovelybooks habe ich meine Eindrücke bereits in der dafür vorhergesehenen Leserunde geteilt, und jetzt will ich sie auch hier an euch weitergeben!

In der Niemandsstadt gibt es alles, was man sich in der Wirklichkeit erträumt. Drachen ziehen durch die Wolken, Statuen zwinkern einem freundlich zu. Gleich drei Sonnen wärmen Gesicht und Rücken. Räume entstehen immer dann, wenn man sie braucht. Hier fühlt sich Josefine wohl. Doch diese Stadt, ihre Geschöpfe und ihr Zauber sind in Gefahr. Bedroht von spionierenden Crowbots, von Magie raubenden Maschinen, von einer weiten, weißen Leere. Ausgerechnet Josefine soll eingreifen – aber wie bekämpft man einen Gegner, der nicht existiert?

Tobias Goldfarb hat Internationalen Journalismus in London studiert und als Journalist und Hörspielautor unter anderem für den WDR und das Deutschlandradio gearbeitet. Als Autor und Regisseur hat er Theaterstücke für zahlreiche Bühnen verfasst und inszeniert. Auf der Jagd nach neuen Geschichten wandert er gerne durch die schottischen Highlands, die Brandenburger Lowlands und andere Gegenden mit möglichst weiten und spektakulären Himmeln. Tobias Goldfarb lebt mit seiner Familie in Berlin. »Niemandsstadt« ist sein erster Roman für Jugendliche.

Charaktere

Josefine ist eine junge Schülerin, die kaum Freunde hat, weil sie anders ist. Sie nutzt ihr Handy kaum, verbringt den Tag mit träumen und ihre Zeit in der Niemandsstadt. Ihre einzige Freundin ist Eli. Zusammenge-funden haben sie auf eine ungewöhnliche Art, doch das passt zu Ihnen, denn sie sind beide sehr ungewöhnlich. Josefine ist wirklich eine interessante Protagonistin. 

Eli, die mit ganzem Namen Elisabeth heißt, ist eine Ikone auf Magick und ein aufreizendes, viel zu offenes Mädchen. Doch was hinter dieser Persona steckt, ist eine treue, mutige Freundin und eine entschlossene Kriegerin. Ihr Entschluss eine Magick-Influencerin zu werden beruht auf dem Wunsch, ihrer Mutter mit dem Geld ein besseres Leben ermöglichen zu können. Sie ist mein Favorit im Buch.

Schreibstil

Das Buch ist aufgeteilt in 14 Abschnitte, die zwischen den beiden Protagonistinnen wechseln. Dabei ändert sich nicht nur die Perspektive, sondern auch die Schriftart, weshalb ich immer wieder etwas Zeit gebraucht habe, um mich umzugewöhnen. Auf eine märchenhafte Art, war das Buch wirklich schräg, als würde im Kopf des Autors eine Mischung aus Studio Ghibli Filmen, „Die Braut des Prinzen“ und „Narnia“ laufen, und das hat es wirklich zu einem tollen Erlebnis gemacht. 

Fazit

Ohne zu sagen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt – denn das ist es nicht – muss ich dennoch erwähnen, dass es ein unheimlich tolles Buch wäre, um es Kindern vorzulesen! Es ist so schräg, und selbstverständlich, und wundervoll, und wie ein Märchen (die übrigens viele Gastauftritte hatten). Die Message, die hinter dem Ganzen steckt ist meiner Meinung nach so unheimlich zutreffend und regt auf jeden Fall zum nachdenken an: Die fortschrittliche Technologie nimmt uns die Fähigkeit zu träumen und verschließt unsere Herzen vor der Magie. Das Finale des Romans war wirklich mitreißend, und beweist (neben der bloßen Existenz von Eli), dass nicht alles, was wir für böse halten, tatsächlich böse ist. Aber dass das wahre Böse immer besiegt werden kann. 

Wo man im Buch träumen muss, um die Niemandsstadt zu betreten, muss ich lesen. Und ich bin froh, dass ich einen so schönen, magischen Ort betreten durfte.

5/5

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