4 Sterne, Dystopie, Fantasy

(Rezension) Buch der Engel

Titel: Buch der Engel

Autorin: Marah Woolf

Verlag: Piper

Seitenanzahl: 480

Kaufpreis: 12, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 4. November 2019

Die Welt steht kurz vor dem Untergang, denn die Erzengel brauchen nur noch eine letzte Schlüsselträgerin, um die Tore zum Paradies zu öffnen und die Apokalypse auszulösen. Aber so einfach wird Moon ihnen die Erde nicht überlassen. Als sie herausfindet, was ihre wirkliche Bestimmung ist, muss sie entscheiden, ob sie bereit ist, sich selbst zu opfern, um wenigstens einige Menschen zu retten.

Gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie verzweifelt, einen Ausweg zu finden. Aber kann es diesen überhaupt geben? Sind die Engel nicht viel zu mächtig und wird Lucifer tatsächlich zulassen, dass sie sich seinen Plänen entgegenstellt?

Marah Woolf wurde 1971 in Sachsen-Anhalt geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, einem Kater und einer Zwergbartagame lebt. Sie studierte Geschichte und Politik und erfüllte sich mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans 2011 einen großen Traum. Mittlerweile sind die »MondLichtSaga«, die »FederLeichtSaga«, die »BookLessSaga« und die »GötterFunkeSaga«, letztere im Dressler Verlag, erschienen und die Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Ihre neue Serie, die »Angelussaga«, erscheint exklusiv im Print bei Piper.

Charaktere

Lucifer und Moon sind ein tolles Beispiel für die, bei Autoren sehr beliebte, Hassliebe zwischen Protagonisten. Lucifer bittet Moon ihm zu vertrauen, aber zeigt vor den anderen Engeln, wie wenig sie ihm bedeutet, und wie egal sie ihm ist. Im einen Moment küsst er sie, und kann nicht ohne sie sein, und im nächsten Moment droht er sie in den Kerker zu werfen, wenn sie weiterhin so aufmüpfig ist. Doch meiner Meinung nach ist Lucifer nicht das Problem. Obwohl Moons aufmüpfige und sture Art durchaus sympathisch wirken kann, da diese sie selbstbewusst und stark wirken lässt, fand ich es einfach nervig, weil sie dadurch total irrational und einfach… bescheuert handelt. Bis zum Schluss hängt sie an ihrer falschen Meinung fest, obwohl es durch unheimlich viele Faktoren extrem offensichtlich ist, dass sie sich irrt.

Schreibstil

Auch der dritte Teil wurde ausschließlich aus Moons Sicht geschrieben, und konnte – wie ich es von der Autorin bereits gewohnt bin – trotz ein paar Beschwerdepunkten  bei der Handlung, mitreißen. Die Art, wie sie die Geschichte erzählt, fesselt einen ans Buch und lässt sich extrem gut lesen, sodass es auch mit ein paar Mängeln echt Spaß macht zu lesen.

"Das Gute, Moon, wird es immer geben.
Egal, ob wir überleben oder nicht.
Man nennt es Hoffnung."
Kapitel 8
Seite 352

Fazit

Obwohl dieser Band die Spannung aufbringen kann, die er bieten sollte, war er auch der chaotischste bisher. Im Final wurden die dunklen Prophezeiungen, über die die ganze Zeit bloß spekuliert wurde, Wirklichkeit, und natürlich auf eine andere Weise, als Moon es erwartet hat. Allerdings finde ich, kam sehr viel davon aus dem Nichts, und hätten schon vorher in die Story integriert, bzw besser eingeleitet werden müssen. Auch das Ende habe ich mir anders gewünscht. Mit dem Sieg über die Engel scheint nämlich auch alles andere schlechte aus der Welt verbannt zu sein. Es folgen ein kitschiger und unpassender Heiratsantrag, Felicias todkranke Mutter ist plötzlich wieder kerngesund, und ein totgeglaubter Freund kommt plötzlich mit einen Haufen anderen Engeln, die sich für die gute Seite der Macht entschieden haben, zurück auf die Erde. Es ist utopisch auf eine Weise, die ich echt schade finde, denn es nimmt den Ernst der Story, und eben all das, was es so spannend gemacht hat, und mildert es ab. Das fand ich schade. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, doch für eine perfekte Bewertung habe ich einfach zu viel auszusetzen.

4/5

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