3 Sterne, Allgemein, Fantasy

(Rezension) The Shape of Water

Titel: The Shape of Water 

Autoren: Guillermo Del Toro, Daniel Kraus

Verlag: Knaur 

Seitenanzahl: 432

Kaufpreis: 16, 99 EUR

Erscheinungsdatum: 01. März 2018

Ein geheimes US-Militärlabor 1963: Im streng gesicherten Labortrakt F-1 wird eine Kreatur aus dem Amazonas gefangen gehalten, deren Erforschung einen Durchbruch im Wettrüsten liefern soll. Doch eines Nachts entdeckt die Reinigungskraft Elisa das Wesen, das halb Mann und halb Amphibie ist. Elisa tut etwas, woran noch kein Wissenschaftler gedacht hat: Sie bringt dem Wasserwesen die Gebärdensprache bei. Als sie erfährt, dass das »Projekt« bald auf dem Seziertisch enden soll, weiß Elisa, dass sie ihren Freund retten muss – aus einem abgeriegelten Labor, einen sadistischen General ebenso im Nacken wie russische Spione …

Guillermo del Toro wurde 1964 in Guadalajara, Mexiko, geboren, wo er auch die Filmschule besuchte. Heute zählt Del Toro, der mit Werken wie Pans Labyrinth und Hellboy Filmgeschichte schrieb, zu den bekanntesten Regisseuren der Welt.

Daniel Kraus arbeitet als Autor und Filmemacher in Chicago. Er schrieb zahlreiche preisgekrönte Bücher, die in 15 Sprachen übersetzt wurden.

Charaktere

Elisa ist eine Putzfrau von dreiunddreißig Jahren, die schon seit ihrer Mündigkeit im selben Betrieb arbeitet. OCCAM ist eine Organisation der Regierung, die in ihren Laboren biologische, wissenschaftliche Experimente durchführt. Da sie stumm ist, hat sie keine besseren Alternativen, als dort die Nachtschicht zu über-nehmen. Sie war eine nette und interessante Protagonistin, ist mir aber nicht wirklich ans Herz gewachsen.

Giles ist ein alter Mann in seinen Sechzigern, der seine beste Zeit lange hinter sich hat. Als Künstler ist er schon lange nicht mehr erfolgreich. Seit seiner Verhaftung vor vielen Jahren, als er wegen seiner Homosexualität überführt wurde, kriegt er kaum noch Aufträge. Seine einzige Freundin ist Elisa. Als Außenseiter verstehen die beiden sich sehr gut, trotz ihrer vielen Unterschiede. Er hat mir als protagonist wirklich gut gefallen.

Die Kreatur hat viele Namen. Unter den Einheimischen ist er als Gott bekannt, als Deus Branquia. Nach seiner Gefangennahme löst er auch bei dem Personal von OCCAM Faszination aus. Doch eine Person, der Mann, dessen Auftrag es war, ihn aufzuspüren und nach Amerika zu bringen, wird ihm extrem gefährlich. Die einzige Person, der er vertrauen kann, ist ausgerechnet die Putzkraft, die – über ausdrücklichen Befehlen hinwegsetzend – mit ihm kommuniziert. Ihn als Person wahrnimmt. Elisa ist vielleicht seine einzige Chance, zu überleben.

Die Charaktere sind alle sehr gut beleuchtet, jeder einzelne Protagonist hat seine eigene gründlich ausgeführte Geschichte, was von machen positiv gedeutet werden könnte, mir allerdings eher weniger gefallen hat, da mir einige Charaktere besonders unsympathisch waren, oder ich sie einfach uninteressant fand. Durch diesen aufgeteilten Fokus wurde das Buch an vielen Stellen langatmig, oder einfach unangenehm zu lesen. Dennoch bewirkten die Charaktere eine gewisse Vielfältigkeit, und brachten Themen wie Rassentrennung, Frauenfeindlichkeit und Homophobie zur Sprache, die in den Sechziger Jahren eine noch größere Problematik darstellten, als heute.

Schreibstil

Die vielen langatmigen Stellen, sowie unangenehmen Protagonisten, die mir das Lesen teilweise sehr erschwert haben, machen leider etwas mehr aus, als die schwache Spannung, die nur selten aufgetreten ist. Die Perspektiven wechseln nach jeden Kapitel, wenn nicht bereits währenddessen zwischen den verschiedenen Protagonisten und lassen das Buch wie fünf oder sechs verschiedenen Geschichten in einem Band wirken. Das hat mich leider nicht angesprochen.

Wann genau hört eine Anomalie eigentlich auf, eine solche zu sein, und wird zur Normalität? Was ist, wenn wir beide nicht etwa die Letzten, sondern die Ersten unserer Art sind? Wir können doch wenigstens hoffen, dass wir nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft sind. 

Quäle dein Herz nicht mehr
Seite 323

Fazit

Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Die Liebesgeschichte zwischen der Kreatur und Elisa war zwar berührend, konnte mich aber – mal abgesehen davon, dass sie irgendwie schräg ist – nicht ganz überzeugen. Die Charaktere haben mir allgemein nicht zugesagt und es gab zu wenig Spannung. Der Schreibstil hatte etwas sehr ruhiges, was zwar entspannend, aber auch langweilig ist, sodass es nicht viel gab, dass die vielen negativen Aspekte wettgemacht hätte. Insgesamt ist das Buch trotzdem ganz gut. Nicht überragend, und auch nichts für jedermann, aber gut.

3/5

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