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(Rezension) Wenn’s draußen finster wird

Titel: Wenn’s draußen finster wird

Autorin: Dorothea Steinbacher

Verlag: Klösel

Seitenanzahl: 192

Kaufpreis: 18, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2020

Inhalt

Kulturell gesehen ist dieses Buch ein voller Erfolg. Wie zu erwarten war, thematisiert die Autorin Traditionen und Rituale, deren Ursprung bereits Jahrhunderte zurückliegt – und das bis ins kleinste Detail. Was mich aber positiv überrascht hat, sind die vielen Rezepte, sowie Gedichte oder Kinderlieder, die mit bestimmten Traditionen einhergehen und ebenfalls in das Buch eingearbeitet wurden. Nicht zu vergessen, die vielen Bilder, die die Informationen noch einmal unterstreichen.

Das Design ist einfach der Wahnsinn. Gestalterisch ein voller Erfolg. Das Cover ist wunderschön, auch wenn es mich thematisch etwas in die Irre geführt hat (denn seien wir mal ehrlich, bei so einem Cover denkt man doch irgendwie an etwas mystisches, und nicht zwangsweise an etwas historisches…). Dennoch wurde das Design perfekt an den Inhalt angepasst, sodass die Bilder und die Kinderlieder nicht Fehl am Platz wirkten, sondern den Text wundervoll ergänzt haben.

Der Einstieg in das Buch ist mir gut gelungen, allerdings ging es danach nicht ganz so erfolgreich weiter. Meiner Meinung nach ist die Autorin sogar zu sehr ins Detail gegangen, was das Lesen teilweise ziemlich anstrengend gestaltet hat. Demnach sind einige Stellen sehr langatmig gewesen. Trotzdem war das Buch informativ und konnte selbst eine so Geschichts-Uninteressierte Person, wie mich neugierig machen.

Kaum jemand weiß, wie weit verbreitet „unsere“ Bräuche in ganz Europa, in der ganzen Welt sind. Das macht das Leben ärmer, weniger bunt, weniger spannend, weniger beeindruckend.

Vorwort
Seite 7

3 coole Fakten, die ich vorher nicht wusste

1782 wurden im Zuge der Aufklärung (nachdem zuvorkommenden Verbot des Jesuitenorden) in Deutschland die Krippen verboten. (Seite 120)

Die rot-weiße Farbe des Weihnachtsmannes könnte auf Fliegenpilze zurückzuführen zu sein, die von sibirischen Schamanen als Rauschmittel benutzt wurden. (Seite 132)

Silvester der Erste hat im 4 Jahrhundert gelebt und ist Namenspatron für unser heutiges Silvester. Interessant ist, dass er zu Lebzeiten eigentlich nichts geleistet hat, weshalb man später in gefälschten Dokumenten einfach etwas dazu erfunden hat. (Seite 155)

Fazit

Für Geschichte/Kultur-Begeisterte Menschen ist das Buch auf jeden Fall ein Muss. Interessant war auch, dass es nicht nur um deutsche Traditionen ging, sondern dass auch andere Länder und ihre Versionen der Rituale zu Sprache kam. Wer sich also etwas historisches Wissen aneignen, oder kurz vor Weihnachten selbst ein paar winterliche Rituale ausprobieren möchte, ist mit Dorothea Steinbauers Exemplar sehr gut aufgehoben.

4/5

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