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(Rezension) Leichengrund

Autorin: Emelie Schepp

Verlag: Heyne

Seitenanzahl: 448

Kaufpreis: 10, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 19. April 2021

ISBN: 978-3-7341-0869-3

Autorin: Emelie Schepp

Verlag: Heyne

Seitenanzahl: 448

Kaufpreis: 10, 00 EUR

Erscheinungsdatum: 19. April 2021

ISBN: 978-3-7341-0869-3

Es regnet an dem Tag, an dem sich ein brutaler Mord im schwedischen Norrköping ereignet. Die Leiche einer Frau wird im Fluss gefunden – ihre Beine wurden zusammengenäht. Kurze Zeit später taucht eine zweite »Meerjungfrau« auf, und die Polizei weiß nun, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun hat. Als eine weitere Frau vermisst wird, drängt die Zeit. Die eigenwillige Staatsanwältin Jana Berzelius ist die Einzige, die eine Verbindung zum Fall des Mörders Simon Norell sieht. Doch dieser schweigt beharrlich, seit er seine Familie umgebracht hat. Erst wenn Jana Simon erneut zum Sprechen bringt, wird sie den Mörder aufhalten können – doch dazu benötigt sie die Hilfe ihres schlimmsten Feindes …

Emelie Schepp, geboren 1979, wuchs im schwedischen Motala auf. Sie arbeitete als Projektleiterin in der Werbung, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Nach einem preisgekrönten Theaterstück und zwei Drehbüchern verfasste sie ihren ersten Roman: Der zuerst nur im Selbstverlag erschienene Thriller »Nebelkind« wurde in Schweden ein Bestsellerphänomen und erscheint mittlerweile als Übersetzung in 30 Ländern; die Jana-Berzelius-Serie hat sich weltweit über eine Million Mal verkauft. 2016, 2017 und 2018 wurde Schepp mit dem renommierten CrimeTime Specsaver’s Reader’s Choice Award ausgezeichnet und damit bereits dreimal zur besten Spannungsautorin Schwedens gekürt.

Charaktere

Jana Berzelius ist die adoptierte Tochter eines ehemaligen Staatsanwalts und ebenfalls diesen Beruf angegangen, weshalb sie im Fall der Meerjungfrauen Morde hinzugezogen wird. Sonderlich beliebt ist sie nicht unter ihren Kollegen, sie gilt als kalt, hochnäsig und arrogant. Was tatsächlich hinter dieser Fassade steckt, ist ihre brutale Vergangenheit.

Henrik Levin ist und einer der leitenden Ermittler im Fall. Als klar wird, dass der Mörder nicht nur die eine, sondern mehrere Opfer hat, fällt es ihm zunehmend schwerer, den Fall auch außerhalb der Arbeit aus dem Kopf zu bekommen. Obwohl er seiner Frau versprochen hat, sich eine Auszeit zu nehmen, steigert er sich nun umso mehr in die Lösung der Mordserie hinein.

Einen richtigen Bezug konnte ich leider zu keinem der Protagonisten aufbauen, dennoch haben mir einige sehr gut gefallen. Henrik war mir persönlich immer noch der Liebste, obwohl mir seine sich häufenden uniprofessionellen Ausbrüche bei Befragungen leicht unsymphatisch waren. Dennoch war er mit Abstand der tolle Charakter. Natürlich gab es noch viele weitere, von denen einige richtig spannende Hintergrundgeschichten aufwiesen, sodass jeder Protagonist etwas besonderes zu bieten hatte. 

Schreibstil

Anfangs fiel es mir etwas schwer, so richtig in die Geschichte reinzufinden, da sehr viele Perspektivenwechsel – auch während der Kapitel – stattgefunden haben, doch hat man sich daran gewöhnt, lässt sich das Buch sehr gut lesen. Am ersten Tag schaffte ich bloß 90 Seiten, doch dafür habe ich gestern die gesamten restlichen 360 verschlungen. Leider ist mir dabei etwas aufgefallen, dass meiner Meinung nach enorm problematisch ist.

Problematik

Enthält eventuell leichte Spoiler!

Als ich die Danksagung gelesen habe, war ich mehr als nur überrascht von der Aussage der Autorin, dass sie einer Transgender Person sehr nahe steht. Denn wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich nicht, dass diesem Menschen das Buch sonderlich gefallen hätte. Bei dem Versuch dieses sensible Thema näher zu beleuchten und ihm mehr Aufmerksamkeit zu bringen, hat Schepp leider einen drastischen Fehler gemacht. Da ich nicht groß Spoilern möchte, bleibe ich bei groben Details. Eine Figur aus dem Thriller ist eine Transgender Frau, die – wie die Autorin sogar mehrfach betont – schrecklich mit der Diskriminierung ihres Umfelds zu kämpfen hatte, was sogar zu psychischen Schäden führte. Diese Frau wurde von der Autorin trotz allem ohne Ausnahme mit männlichen Pronomen beschrieben. Bis zum tragischen Ende, wurde diese Figur misgendered, was selbst mir als cis-gender enorm unangenehm war. Auch wenn das nur ein Buch ist, muss man auf solche Dinge achten, denn so wie das hier vorliegt, bietet die Geschichte kein sicheres Leseerlebnis für Transgender Menschen. Viele kämpfen sehr mit der Last, misgendered zu werden. Das Richtige Pronom zu verwenden ist keine Höflichkeitssache, sondern Pflicht. Ausnahmslos.

Sie hatte mich nicht gesehen. Ich war jetzt jemand anders, aber noch immer sichtbar für sie. Für alle. Ich ging zu ihr, lehnte mich an die Glaswand und sah ihr in die Augen. „Jetzt siehst du mich.“, flüsterte ich.

Der Mörder
Seite 188

Fazit

Gäbe es dieses Problem nicht, wäre das Buch ein grandioser Thriller gewesen, ohne Frage. Nach einiger Gewöhnungszeit war der Schreibstil sehr fließend und mitreißend und es wurde von Seite zu Seite spannender. Bis kurz vorm Schluss war mir unklar, wer der Mörder war, bis die Autorin eine etwas zu offensichtliche Andeutung gemacht hat, aus der man es ziemlich einfach schließen konnte. Manches war mir zu vorhersehbar, doch im großen und Ganzen ließ die Spannung nicht zu wünschen übrig!

3/5

(1) Kommentar

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