4 Sterne, Allgemein, Liebe

(Rezension) What if we drown

Titel: What if we drown

Autorin: Sarah Sprinz

Verlag: LYX

Seitenanzahl: 400

Kaufpreis: 12, 90 EUR

Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2020

Ein Neuanfang – das ist Lauries sehnlichster Wunsch, als sie nach dem tragischen Tod ihres Bruders an die Westküste Kanadas zieht. Noch vor der ersten Vorlesung ihres Medizinstudiums an der University of British Columbia lernt sie Sam kennen und spürt sofort, dass er sie auf eine nie gekannte Weise versteht. Unaufhaltsam schleicht sich der attraktive Jungmediziner in ihr Herz. Bis Laurie erkennt, wie tief er in die Ereignisse der Nacht verstrickt war, die ihren Bruder das Leben kostete …

Sarah Sprinz wurde 1996 in Tettnang geboren. Für ihr Medizinstudium verschlug es sie nach Aachen, bevor sie zurück an den Bodensee zog, wo sie sich während langer Spaziergänge zu Geschichten inspirieren lässt und von ihren nächsten Reisen nach Kanada und Schottland träumt.

Charaktere

Laurie steht kurz vor ihrem ersten Semester als Medizinstudentin. Ihr ist klar, dass sie Menschen helfen will, doch hauptsächlich hat sie das Studium in Angriff genommen, um das Vermächtnis ihres Bruders am Leben zu halten. Denn bei ihm selbst ist ihr das nicht gelungen. Ihre Schuldgefühle treiben sie an, alles zu geben und sich auf keine Ablenkungen einzulassen. Deshalb ist sie nicht sonderlich glücklich, über die plötzlichen Gefühle, die sie für Sam entwickelt. Besonders nicht, als sie erfährt, wer er wirklich ist.

Samuel, der von jedem nur Sam genannt wird, ist Medizinstudent im vierten Studienjahr und sammelt schon sehr viel praktische Erfahrung in Kliniken. Als Senior übernimmt er die Rolle des Tutors für einige Freshmen, um sie in ihrem ersten Jahr zu unterstützen und sogar teilweise zu unterrichten. Auch er rennt vor etwas weg, und es hat sehr viel mehr mit Laurie zu tun, als er ahnt. Nicht einmal seine besten Freunde ahnen, was er verbirgt, und mit Lauries plötzlichem Eintritt in sein Leben wird das immer schwerer.

Es wäre kein Liebesroman, wenn die Charaktere nicht ab einem gewissen Punkt nervig wären. Mittlerweile rechne ich schon fest damit, und siehe hier, ich wurde nicht enttäuscht. Tatsächlich war es aber gar nicht so schlimm, wie erwartet. Die Nebencharaktere waren auch ganz in Ordnung, wenn auch nerviger als Laurie und Sam, die eher kleine Probleme darstellten. Insgesamt war es ein häufiges Hin und Her zwischen originellen und interessanten Persönlichkeiten und nervigem und klischeehaftem „Beste Freundinnen der Protagonistin“ – Verhalten. 

Schreibstil

Was ich ziemlich cool fand, waren die kleinen Filler, die hin und wieder vorkamen und die regulären Kapitel unterbrochen haben. Diese stellten dann Flashback-Artige Gedankengänge von Laurie dar, in denen ihre Vergangenheit und das Mysterium um den Tod ihres Bruders näher beleuchtet werden. Außerhalb davon war das buch ziemlich gut geschrieben. Man konnte sich das meiste bildlich vorstellen, die wenigsten Stellen zogen sich in die Länge, und die Dramatik wurde sehr gut dargestellt und in Szene gesetzt, was für reichlich Spannung gesorgt hat. Trotzdem gibt es natürlich ein paar Ausnahmen, die eher langweilig, oder zu hysterisch, anstatt dramatisch waren.

Ich durfte mich nicht in ihn verlieben. Wir durften uns nicht Näherkommen. Doch wir waren es längst, und ich wollte mehr. Auch wenn alles darauf hindeutete, dass mein Herz dabei in Abertausende keine Stücke zerbrach.

Laurie Cavelle
Seite 153/154

Fazit

Das Setting und der Plot waren wirklich gut. Zuvor habe ich noch nie ein Buch über Medizinstudenten gelesen und der ganze medizinische Kauderwelsch, der mit einbezogen wurde, war ziemlich authentisch. Außerdem war die traurige Geschichte um Lauries Verlust wirklich ergreifend, sodass ich an mehreren Stellen (z. B. schon nach 4 Seiten) weinen musste. Dennoch kann ich nicht sagen, dass mich das Buch zu 100 Prozent überzeugt hat. Lauries widersprüchliches Verhalten („Ich hasse ihn, aber ich will ihn küssen“) wurde zwar halbwegs nachvollziehbar beschrieben, hat mich aber trotzdem genervt. Die Charaktere konnten mich einfach nicht genug beeindrucken.

4/5

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