4 Sterne, Buchempfehlung, Horror, Thriller, Trigger Warning

(Rezension) Murder Park

Autor: Jonas Winner

Verlag: Heyne 

Seitenanzahl: 416

Kaufpreis: 12, 99 EUR

Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017

ISBN: 978-3-453-42176-9

Autor: Jonas Winner

Verlag: Heyne 

Seitenanzahl: 416

Kaufpreis: 12, 99 EUR

Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017

ISBN: 978-3-453-42176-9

Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde.

Ein Killer ist auf der Insel …keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …

Jonas Winner wuchs in Berlin, Rom und den USA auf und studierte in Deutschland und Frankreich. Nach seiner Promotion über Spieltheorie arbeitete er zehn Jahre lang als Fernsehjournalist, danach folgten Drehbücher fürs deutsche Fernsehen und Romane. Besuchen Sie Jonas Winner auf jonaswinner.com und Facebook.

Charaktere

Paul Greenblatt ist 24 Jahre alt und Polizei-Reporter. Spezialisiert ist er auf Mordfälle, denn seit seiner Kindheit zeigt er ein sehr starkes Interesse an Serienmördern. Der Grund liegt in seiner Kindheit, genauer: Auf Zodiac Island. Es ist kein Zufall, dass er als Reporter für den Murder Park angeworben wurde, denn ihn verbindet etwas mit der Insel, das sein junges Leben drastisch verändert hatte.

Jeff Bohner ist das Hauptstück des Murder Park. Vor zwanzig Jahren wütete dieser Serienkiller auf Zodiac Island und führte somit zur Schließung des damaligen Zodiac Parks. Nach drei grausamen Morden wurde er gefasst, doch man vermutet, dass er noch neun weitere Morde – insgesamt zwölf, für jedes Sternzeichen – begehen wollte. Seine Taten faszinieren Psychologen wie die, keines anderen Killers.

Die Protagonisten waren insgesamt zu zwölft, denn auch sie wurden nach ihren Sternzeichen ausgewählt, auf die Pressefahrt zum Murder Park. Paul wird ganz klar als der Mittelpunkt dargestellt, und ist somit der Charakter, für den wir am meisten Sympathie entwickeln sollten, was aber in diesem Fall nicht beabsichtigt schien, da der Autor ihn bewusst zu einem Protagonisten gemacht hat, der Fehler hat. Und nicht, wie in jedem Buch, in dem der Main Character arrogant oder hochnäsig ist, damit er mittels Character Development verändert werden kann, sondern auf die Weise, die bleibt. Obwohl ich somit weniger für Paul übrig hatte, fand ich diese Entscheidung sehr gut und sinnvoll, nach dem Trauma seiner Kindheit. 

Schreibstil

Im Großen und Ganzen war der Schreibstil wirklich grandios. Spannung pur, die einem Gänsehaut bereitet und bei der man zu 100 Prozent mitgerissen wird. Sieht man sich das allerdings genauer an, schienen mir einige Dinge, die Winner geschrieben hat, eher problematisch. Allgemein kamen Frauen – meiner Meinung nach – in dem Buch irgendwie nicht gut rüber. Und auch wenn sich einige meiner Problempunkte vielleicht erklären lassen, fand ich sie dennoch sehr fraglich, wie beispielsweise die Frau, die ihre eigene Vergewaltigung als einen der erregendsten Momente ihres Lebens beschrieb. 

Es war, als hätte Mary ihm die Augen geöffnet. Als würden sie zum ersten Mal begreifen, was die Insel wirklich war. Ein Gericht. Ein Gericht, das sie verurteilt hatte. Und der Richter saß unter ihnen. Der Richter und zugleich der Henker. Aber sie wussten nicht, wer von ihnen es war.

Paul Greenblatt
Seite 329

Fazit

Ich bin wirklich zwiegespalten. Zum einen war das Buch enorm spannend und hat mich bis zum Ende mitfiebern lassen. Die Idee eines Killers, der seine Opfer nach Sternzeichen auswählt und sogar passend zu ihrem Tierkreiszeichen umbringt (Fische ist Ertrunken, Stier mit einem Horn erstochen, Skorpion von einem Skorpion gestochen, etc) war super cool! Es ließ sich außerdem super lesen, sodass ich es in bloß zwei Tagen durch hatte. Andererseits haben mich diese problematischen/anti-feministischen Bemerkungen manchmal stutzig gemacht, sowie das Finale, das zwar purer Nervenkitzel war, allerdings weit entfernt von der Realität. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das so im echten Leben auch nur ansatzweise passieren würde. Dennoch, drückt man, was den Realitätsbezug angeht, ein Auge zu – denn es ist ja auch ein Unterhaltungsroman – dann hat man eine wirklich überwältigende Geschichte, die einen umhaut!

4/5

Ein Gedanke zu „(Rezension) Murder Park“

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