2 Sterne, Allgemein, Buchempfehlung, Fantasy

(Rezension) Der Traumwandler

Autorin: Melanie Strohmaier

Verlag: Sad Wolf 

Seitenanzahl: 356

Kaufpreis: 14, 99 EUR

Erscheinungsdatum: 20. August 2020

ISBN: 978-3-96478-023-2

Autorin: Melanie Strohmaier

Verlag: Sad Wolf 

Seitenanzahl: 356

Kaufpreis: 14, 99 EUR

Erscheinungsdatum: 20. August 2020

ISBN: 978-3-96478-023-2

Können Klarträume zur Realität werden?

Diese Frage muss sich Asra stellen, als sie in einem Traum durch eine geheimnisvolle Tür tritt. Sie findet sich in Arkana wieder, einem Land voller Magie. Aus Leichtsinn schließt sie einen Pakt mit dem Anführer einer Diebesbande. Nun muss sie ihr Leben als Studentin und die Abenteuer im Traum in Einklang bringen. Arkana hat unwiderruflich seine Widerhaken in ihr Herz gebohrt. Nie war es schwerer, dem süßen Ruf der Dunkelheit zu widerstehen – vielleicht ist diesmal nicht der Bösewicht der gefährlichste Gegner, sondern das eigene Herz.

Melanie Strohmaier wurde 1990 in Rosenheim geboren und lebt in einem kleinen Dorf nahe der österreichischen Grenze.

Sie ist ein Tagträumer und hat so viele Hobbys, dass sie gar nicht weiß, was sie zuerst tun soll. Oftmals verzweifelt sie an der wenigen Zeit, die ihr zur Verfügung steht. Kaffee, Süßigkeiten und Musik sind ihre stärksten Waffen gegen ihren Feind: die Müdigkeit. Sie liebt es zu lesen, zu fotografieren, ihre Buchcharaktere zu zeichnen und innerlich Dialoge mit ihnen zu führen. In ihrem Kopf herrscht meistens Chaos und ihre Gedanken hängen irgendwo zwischen den Wolken und ihrer Traumwelt Arkana fest. Mittlerweile bringt sie die Geschichten, die sie sich ausdenkt, auf Papier und hofft, auch andere mit in ihre Welt entführen zu können.

Charaktere

Asra ist eine achtzehnjährige Fotografie Studentin, die seit einigen Jahren trainiert klar zu träumen, da es sie mit ihrem Vater verbindet, der am Tag ihrer Geburt bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Leider konnte ich keine große Sympathie für ihren Charakter aufbringen, da die Autorin das mit ihrem Schreibstil leider für mich ruiniert hat. 

Petrichor ist der Anführer einer kleinen Bande von rebellischen Dieben, die im Auftrag von einem Mann stehlen, den sie nur als den „Alchimisten“ kennen. Er sieht sich selbst als Monster, da er vermutlich, wie von Strohmaier angedeutet wird, mit inneren Dämonen zu kämpfen hat. Außerdem ist er skrupellos – zu seiner Crew und zu sich selbst.

Die meisten Protagonisten haben mir nicht gefallen. Die Idee hinter ihrer Persönlichkeit war ja schön und gut, aber leider war die Umsetzung katastrophal und voller Klischees. Auf mich wirkte es, als hätte die Autorin bloß eine vage und oberflächliche Idee, wie ihre Charaktere sein sollte und hat dann vergessen ihnen jeglichee Tiefe und Authentizität zu geben, die sie so dringend benötigt hätten. Wirklich schade.

Schreibstil

Und und und. Das, was mich an dem Buch am meisten frustriert hat, war der unglaublich nervige Mangel an Variation. Die Autorin hat fast ausschließlich den selben Satzbau verwendet. Ihre Sätze wurden vollkommen unpassend, immer wieder bloß mit „und“ verbunden, was den Schreibstil nicht nur umelegant, sondern auch unmöglich zu lesen gemacht hat. Ein wortgenaues Zitat aus dem Buch ist „Sie schwiegen und folgten ihrem Anführer und legten im letzten Licht des Tages den Weg zur alten Kirche zurück“. Es wäre so einfach gewesen, Abwechslung und Eleganz in den Satz zu bringen. Ich persönlich würde so vorgehen: „Schweigend folgten sie ihrem Anführer auf dem Weg zurück zur alten Kirche. Im letzten Licht des Tages wirkte sie wie eine Festung.“ Ich denke, der Unterschied sticht deutlich hervor. 

Es war nicht so, dass ich lieber träumte, als wach zu sein. Ich mochte mein Leben, auch wenn es oft einsam und kompliziert war. Doch in manchen Momenten ertappte ich mich selbst dabei, wie ich aus der Wirklichkeit glitt. Als würde ich am helllichten Tag schlafwandeln. Als wäre ein Teil von mir immer weiterhin in diesem Traumland gefangen.

Asra
Seite 74

Fazit

Enthält Spoiler!

Oberflächliche Charaktere und ein schlechter Schreibstil sind nur einige Dinge, die mir nicht gefallen haben. Abgesehen davon, dass die komplette Handlung in der echten Welt irrelevant und langweilig ist, hat mich ebenfalls gestört, dass absolut keine Spannungskurve vorlag. Denkt man richtig über das Buch nach, dann ist nichts passiert. Es gab kein großes Ereignis, auf das alles hinauslief, und auch bis zur letzten Seite keinen Hinweis auf ein Finale. Das Ende besteht darin, dass Asra und Petrichor – vollkommen ohne angemessene Entwicklung zwischen den Beiden – miteinander schlafen, und Asra dann aufwacht. Sämtliche Fragen, wie beispielsweise, wer der Alchemist ist, bleiben unbeantwortet, und – auch für einen Auftakt – nicht zufriedenstellend thematisiert. Meiner Meinung nach hat die Autorin das Ganze nicht sonderlich gut durchdacht. 

2/5

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